Infrastruktur | 14. Februar 2023

RhB setzt auf Standardisierung mit Niederspannungslösungen von ABB

Stecksockelsystem SMISSLINE und TMax-Kompaktleistungsschalter

Die RhĂ€tische Bahn unterhĂ€lt im grössten Schweizer Kanton eine umfangreiche Infrastruktur. FĂŒr deren Niederspannungsversorgung setzt sie mit einer Standardisierungsstrategie Leistungsschalter und InstallationsgerĂ€te von ABB ein, um die VerfĂŒgbarkeit zu maximieren und die Effizienz zu erhöhen – vor allem auch in Service und Unterhalt.

Die RhĂ€tische Bahn (RhB) und ABB verbindet eine ĂŒber 100-jĂ€hrige Partnerschaft. So lieferten BBC und MFO bereits 1913 die elektrische AusrĂŒstung fĂŒr die ersten Elektrolokomotiven. Die ABB-VorgĂ€ngerunternehmen waren in der elektrischen TraktionsausrĂŒstung fĂŒr Lokomotiven genauso fĂŒhrend, wie es ABB heute mit leistungselektronischen Traktionsumrichtern ist, die beispielsweise den neuen Capricorn-Triebzug der RhB antreiben.

 

WĂ€hrend Antriebstechnik von ABB die RhB-ZĂŒge voranbringt, sorgen Elektrifizierungslösungen unseres Unternehmens fĂŒr eine effiziente Stromverteilung in der weit verzweigten Infrastruktur der RhĂ€tischen Bahn.

Infrastruktur-Standorte der RhB ĂŒber das ganze Kantonsgebiet verteilt

Das Streckennetz ist 385 Kilometer lang und fĂŒhrt durch ĂŒber 100 Tunnels. Die RhB betreibt WerkstĂ€tten und DienstgebĂ€ude zum Unterhalt. Der Anfang 2020 in Betrieb genommene InfrastrukturstĂŒtzpunkt Landquart ist der Hauptarbeitsort fĂŒr rund 100 Mitarbeitende der Infrastruktur. Weitere Standorte liegen etwa in Chur, Davos, Klosters, Ilanz, Thusis, BergĂŒn, Poschiavo, Pontresina, Samedan und Zernez BergĂŒn, Ilanz und Poschiavo. Deren Mitarbeitenden bauen und unterhalten den Fahrweg mit Schienen und Weichen, Energie- und Fahrleitungsanlagen, Sicherungsanlagen und sĂ€mtliche dem Bahnbetrieb dienenden Niederspannungs- und Telekommunikationsanlagen und sorgen dafĂŒr, dass die Strecken und Bahnhöfe zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter sicher und komfortabel genutzt werden können.

All das muss zuverlĂ€ssig mit elektrischer Energie versorgt werden. «Wir setzen seit vielen Jahren in unseren SchaltgerĂ€tekombinationen das Stecksockelsystem SMISSLINE ein, was wir als Materialvorgabe fĂŒr die Elektroplaner, Installateure und Schaltanlagen definiert haben», erklĂ€rt Maurus Cotti, Leiter Niederspannung / Telecom der RhB.

Maurus Cotti im GesprĂ€ch mit dem Teamleiter Engineering Christian Broger und Elektroplaner Albert Gisler im neuen InfrastrukturstĂŒtzpunkt in Landquart (v.l.n.r.).

FrĂŒh auf SMISSLINE von ABB gesetzt

RhB zĂ€hlte auch zu den Unternehmen, die frĂŒh das 2018 eingefĂŒhrte SMISSLINE TP Power Bar fĂŒr StromstĂ€rken bis 250 Ampere einsetzten – dies vor allem auch im Bereich der Bahnstromversorgung, dessen Netz eine Frequenz von 16 2/3 Hertz aufweist, im Unterschied zu den 50 Hertz im normalen Versorgungsnetz.

SMISSLINE-Fehlerstrom-Leitungsschutzschalter in einem Schaltkasten der RhB.

«Seit 2020 haben wir auch eine Standardisierungsstrategie fĂŒr die Leistungsschalter in unseren Niederspannungsverteilungen umgesetzt und setzen dafĂŒr ABB-Lösungen ein», so Cotti. Die QualitĂ€t gab dafĂŒr den Ausschlag. Die geringe Grösse des besonders hĂ€ufig eingesetzten Kompaktleistungsschalters Tmax XT1 sei ein weiterer entscheidender Vorteil des ABB-Portfolios.

Flottenpolitik bei den Leistungsschaltern

«Die Vorteile einer Standardisierung bei den Leistungsschaltern, die wir unseren Elektroplanern und Schaltschrankbauern vorgeben, liegen auf der Hand», erklĂ€rt Cotti. «Der Unterhalt wird durch diese â€čFlottenpolitikâ€ș ebenso vereinfacht wie die Dokumentation. Wir mĂŒssen nur eine ĂŒberschaubare Anzahl von Schaltertypen als Ersatzteile an Lager halten. Der Service ist eindeutig einfacher geworden, und die technischen Dokumentationen und Schemas konnten vereinheitlicht werden.» ABB kennt die GerĂ€tehistorie der installierten Anlagen und kann darauf zugeschnittene WartungsvorschlĂ€ge unterbreiten – was deren Lebenszyklus potenziell verlĂ€ngert und vor allem den Serviceeinsatz effizienter gestaltet.

FĂŒr Neuanlagen gibt RhB der ABB eine ungefĂ€hre Prognose ab, wie viele Leistungsschalter welchen Typs im kommenden Jahr ungefĂ€hr gebraucht werden. «Bislang lag das in der Grössenordnung von 50 bis 100 StĂŒck pro Jahr», erklĂ€rt Urs SchĂ€r, zustĂ€ndig fĂŒr Beratung und Consulting Elektroplaner bei ABB. Aufgrund dieser Vorhersage nimmt ABB Schweiz die entsprechenden Schalter bei sich lokal an Lager, um sie bei Bedarf rasch ausliefern zu können. «Jeder spezifische Schalter hat dabei eine eindeutige Bestellnummer, ĂŒber die die RhB bzw. die Anlagenbauer ihn bei uns abrufen können», so SchĂ€r.

System zur unterbrechungsfreien Stromversorgung wird auch mit Bahnstrom gespeist

In dem 2020 bezogenen  InfrastrukturstĂŒtzpunkt der RhB in unmittelbarer NĂ€he des Bahnhofs Landquart sorgt zudem ein System zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) des Typs DPA 250 von ABB dafĂŒr, dass die lokale IT-Infrastruktur vor NetzausfĂ€llen und -schwankungen geschĂŒtzt ist. «FĂŒr die Wahl dieser Lösung war deren modularer Aufbau entscheidend. Wenn wir kĂŒnftig mehr Leistung brauchen, wĂ€chst diese USV mit uns mit.

Speziell an dieser Lösung fĂŒr die RhB: Die USV wird ĂŒber ein 16 2/3-Hz-Modul auch aus dem Bahnnetz gespeist. Wenn also das 50-Hertz-Versorgungsnetz potenziell schĂ€dliche Spannungs- und Frequenzschwankungen aufweist oder gar ausfĂ€llt, kann die USV nicht nur – wie ĂŒblich – auf die gespeicherte Energie in den Batterien zurĂŒckgreifen, sondern die Versorgung der ihr angeschlossenen Infrastruktur auch ĂŒber den Bahnstromanschluss gewĂ€hrleisten.

Die USV mit dem integrierten 16 2/3-Hz-Modul im InterventionsstĂŒtzpunkt der RhB.

Die Partnerschaft von RhB und ABB geht ins zwölfte Jahrzehnt. Das Portfolio unseres Unternehmens hat sich ĂŒber all die Zeit gewandelt und entwickelt – genauso wie die BedĂŒrfnisse unserer Kunden. Gleich geblieben ist die vertrauensvolle Kooperation im Bestreben, auf deren offenes Feedback hin stetig effizientere Lösungen hervorzubringen.