Fokus 2 | 20

Gemeinsam starke Lösungen bauen

Partnerschaften führen zum Erfolg

Strategische Partnerschaften sind das richtige Instru­ment, um das Innovationstempo zu beschleunigen und zusätz­lichen Nutzen für Kunden zu schaffen. ABB pflegt strategische Partnerschaften mit Unternehmen von Weltklasse, aus denen viele erfolgreiche Lösungen ­resultieren – auch für die Lachszucht vor Norwegen.

Wir erleben eine Ära der rasanten technologischen Innovation; die Bedeutung des indus­triellen Internets der Dinge (IIoT) wächst. Eva Schönleitner, Head of Digital Partnerships bei ABB, beschreibt die Konsequenz: «Das Tempo und die Komplexität des technologischen Wandels sowie die Kosten für die Entwicklung von Lösungen sind einfach zu hoch, als dass ein Unternehmen sie allein bewältigen könnte. Deshalb sind Partnerschaften ein Eckpfeiler unserer Strategie.»

Partner von Weltklasse

Im Mittelpunkt der digitalen strategischen Partnerschaften von ABB steht immer der zusätzliche Nutzen für die Kunden. «Gemeinsam mit unseren digitalen Partnern können wir schneller Lösungen entwickeln, die End-to-End-Automatisierung erhöhen, bessere Konnektivität anbieten und den Wert für unsere Kunden steigern», sagt Eva Schönleitner. ABB unterhält derzeit strategische digitale Partnerschaften mit Firmen wie ­Microsoft, Huawei, Hewlett Packard Enterprise (HPE), IBM und Ericsson.

«Das Tempo des Wandels sowie die Kosten für die Entwicklung von Lösungen sind einfach zu hoch, als dass ein Unternehmen sie allein bewältigen könnte.»

Jede strategische globale Partnerschaft bringt ABB mit einem Unternehmen von Weltklasse zusammen.

Lachse mit KI züchten

Die Partnerschaft von ABB mit Microsoft macht die intelligenten Cloudservices von Microsoft Azure zur Unterstützung der ABB Ability IIoT-Plattform und des digitalen Angebots von ABB Ability nutzbar. Ein Beispiel für die Zusammenarbeit ist eine KI-Lösung, die die nachhaltige Lachsproduktion der Norway Royal Salmon (NRS) revolutioniert. ABB und Microsoft haben eine Technologie implementiert, die die Fische per Unterwasserkamera visuell aus der Ferne detektiert, die Fischpopulation zählt und die Biomasse schätzt. Die Lösung wird das Wachstum der Lachse überwachen, kritische Daten aus der Produktion erfassen und die Arbeitsbelastung der NRS-Mitarbeitenden reduzieren – NRS wird ein neues Niveau der Wettbewerbsfähigkeit erreichen.

ABB erarbeitet mit ihrem globalen strategischen Partner Hewlett Packard Enterprise (HPE) Technologien, um den Energieverbrauch von Supercomputern zu senken.

Latenzfrei und cloudbasiert

Die Partnerschaft von ABB mit HPE umfasst Konnektivität, sichere dezentrale Datenverarbeitung (Edge Computing), hybride Cloud und innovative, servicebasierte Geschäftsmodelle. Durch die rasant ansteigende Zahl von mit dem Internet verbundenen Geräten und die damit einhergehenden, riesigen Datenmengen spielt Edge Computing eine immer wichtigere Rolle. Das im Rahmen einer Dreierpartnerschaft zwischen ABB, HPE und Rittal entwickelte Secure Edge Data Center (SEDC) ermöglicht unseren Kunden, cloudbasierte Anwendungen latenzfrei, ohne Bandbreiteneinschränkungen und sicher unmittelbar neben der Produktionslinie zu betreiben. Beim SEDC handelt es sich um ein handliches und vollwertiges Rechenzentrum in Form eines 19-Zoll-Racks mit IP55-Zertifizierung. Schrank, Klimatisierung und Feuerlöscheinrichtung stammen von Rittal; ABB steuert die elektrotechnische Ausstattung bei und HPE liefert die dazugehörige IT-Infrastruktur (siehe Seite 24).

Sparsamere Supercomputer

Zusammen mit HPE arbeitet ABB auch daran, den Energieverbrauch von Supercomputern zu senken und gleichzeitig Rechenleistung wie auch Zuverlässigkeit zu erhöhen. So werden Cray-Supercomputer von HPE mit einer massgeschneiderten Gleichstromversorgung mit hoher Spannung von ABB ausgestattet. Die Lösung von ABB mit hoher Spannung sorgt dafür, dass der Bedarf an Kupfer um den Faktor 14 reduziert werden kann. 

Das SEDC ermöglicht cloudbasierte Anwendungen ­latenz­frei unmittelbar neben der Produktionslinie.

Ein weiterer Umwelt- und Effizienzvorteil von Gleichstrom mit hoher Spannung liegt in der deutlichen Senkung von Stromverlusten – um bis zu 95 Prozent. Mit einer vernetzten Lösung kann die Stromversorgung zudem je nach Rechenlast erhöht oder gesenkt werden. Auf diese Weise wird sowohl bei geringen Rechenlasten als auch bei voller Systembelastung ein maximaler Wirkungsgrad erreicht: Mit weniger Ressourcen und einem niedrigeren Energieverbrauch lässt sich eine höhere Rechenleistung erzielen.

ABB und Microsoft haben für NRS eine KI-Technologie implementiert, die die Fische per Unterwasserkamera visuell aus der Ferne ­detektiert.

In einer weiteren Zusammenarbeit werden smarte Sensoren für Motoren, Steh­lager und Pumpen von ABB mit bluetoothfähigen Zugangspunkten der HPE-Tochter Aruba Networks kombiniert. Die demnächst am Markt verfügbare, skalierbare Lösung ermöglicht es insbesondere Kunden mit grossen industriellen Anlagen, umfassende Einblicke in die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer rotierenden Komponenten zu erlangen, um die Produktivität zu steigern und die Wartungskosten zu senken.

Gemeinsam für digitale Angebote

Schon seit 2017 arbeiten ABB und IBM in einer strategischen Partnerschaft zusammen, die die kognitiven Fähigkeiten von IBM Watson für digitale Angebote von ABB nutzt. Zusätzlich schaffen die Partner Lösungen für das Food-Trust-Blockchain-Konsortium und inte­grieren IBMs QRadar-Sicherheitsinformations- und Event-Management-Technologie oder die Enterprise-Asset-Management-Lösung Maximo ins Industrieautomationsportfolio von ABB. Das ABB Ability Life Expectancy Analysis Program (LEAP) nutzt erfolgreich die maschinellen Lernfähigkeiten von IBM, um genaue Prognosen über Motoren und Generatoren zu erlangen.

Die Lösung von ABB und Egger überwacht mithilfe der Datenanalyse insbesondere ­Abwasserpumpen.

Effizienz für Pumpen

In Zusammenarbeit mit dem Pumpenhersteller Emile Egger & Cie SA hat ABB den Smart Sensor für die Fernüberwachung von Pumpen weiterentwickelt. Die Lösung überwacht mithilfe der Datenanalyse die Temperatur, die Drehzahl, die Vibrationen und den Lagerzustand von Pumpen, um ein Verstopfen oder andere Probleme, beispielsweise bei Abwasserpumpen, zu verhindern. Bisher mussten die Pumpen mitunter mehrmals pro Woche zeitraubend auf Verdacht überprüft werden. Jetzt werden die Daten direkt in die ABB Ability Cloud übertragen; die Pumpenbetreiber können bestimmte Daten über eine App auf ihrem Smartphone ablesen. ABB und spezialisierte Partnerunternehmen führen in der Cloud zusätzliche Analysen durch, um für den weiteren Betrieb relevante Tendenzen zu erkennen.

Die KI-gestützte, nachhaltige Lachsproduktion von NRS im Video: 

Weitere Infos:

motion@de.abb.com