Gebäudeautomation | 2. November 2021

Weitblick über den Zugersee und bei der Elektroinstallation

Automatisierte Abrechnung des selbst produzierten Solarstroms für alle Parteien

Die Grossmatt in Walchwil setzt Massstäbe: Die prächtige Wohnüberbauung mit Elektrifizierungs- und Gebäudeautomationslösungen von ABB lässt keine Wünsche offen und nutzt ein innovatives Verrechnungssystem für den selbst generierten Solarstrom.

Die Aussicht an diesem hoch über dem Zugersee gelegenen Sonnenhang ist atemberaubend: Der Blick schweift von den Voralpen zur markanten Rigi und weiter Richtung Immensee, immer den schillernden See zu Füssen. Selten wo lässt sich wo schöner wohnen als auf dieser einzigartigen, ruhigen Parzelle am Walchwilerberg. Hier hat die Aula AG die Überbauung Grossmatt realisiert; 29 hochwertige Eigentumswohnungen in fünf Gebäuden. Sie waren innerhalb kürzester Zeit verkauft.

Exquisite Überbauung mit höchsten Ansprüchen

«Wir gewannen in einer Ausschreibung der Aula AG den Auftrag für die Elektroinstallation in der Grossmatt», so Franco Marty, Projektleiter der Marcel Hufschmid AG in Zug. Zu den Vorgaben zählte etwa, dass die Wohnungen mit KNX-Technologie automatisiert werden. Auch muss die mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach generierte Solarenergie über einen «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch» (ZEV) mit exakter Abrechnung an die Wohnungseigentümer verteilt und abgerechnet werden. Zudem sollten Ladestationen für Elektroautos in der gemeinsamen Tiefgarage installiert und ebenfalls in den ZEV integriert werden. Und natürlich musste die Qualität der Installationen höchsten Ansprüchen genügen, adäquat zum Ausbaustandard dieser exquisiten Überbauung.

Die Überbauung Grossmatt in Walchwil vor der markanten Kulisse der Rigi.

Alles aus einer Hand 

«Bei diesem Anforderungskatalog fassten wir schnell ABB als mögliche Lieferantin ins Auge», erklärt Marty. «Das Unternehmen führt vom umfassenden Portfolio für die KNX-Gebäudeautomation sowie modernsten Türkommunikationssystemen über Niederspannungsverteilung und Energieverbrauchszähler, Schalter und Steckdosen bis hin zu Elektroladestationen alles im Sortiment. Wir konnten also alles aus einer Hand beziehen, dies mit lokalen Ansprechpartnern in der Schweiz. Von der Qualität der Produkte sind wir durch frühere Projekte mit ABB überzeugt.» ABB Schweiz konnte dann auch ein Gesamtpaket für die Elektroinstallation schnüren und erhielt den Zuschlag.

Mit KNX-Automationslösung von ABB vertraut

Für die Elektroplanung der Grossmatt beauftragte die Aula AG Patrick Iten, Inhaber der EPZ Elektroplaner AG in Cham. In seiner Arbeit kam ihm zu pass, dass er in zahlreichen früheren Projekten tiefen Einblick in die KNX-Automationslösungen von ABB gewonnen hat. «Über KNX steuern die Bewohnerinnen und Bewohner der Grossmatt Beleuchtung, Heizung, Lüftung sowie die Jalousien», so Iten. Letztere werden bei starkem Wind automatisch hochgezogen, um Schäden zu vermeiden. «Insgesamt haben wir in der Überbauung 300 KNX-Aktoren, 580 KNX-Sensoren sowie 145 Raumtemperatur-Kontroller – jeweils von ABB – installiert und programmiert».

Auch die Türkommunikation mit Videogegensprechanlage ist in die KNX-Automationslösung integriert und bietet höchsten Komfort und Sicherheit.

Solarstrom vom Dach individuell abrechnen – Ormera macht’s möglich

Besonders ausgeklügelt ist die in der Grossmatt realisierte ZEV-Lösung. Damit wird der auf den Dächern der Überbauung mit Photovoltaikanlagen generierte Solarstrom gleichmässig an die Eigentümer verteilt, deren Energieverbrauch genauestens ermittelt – und automatisch abgerechnet. «Für die Abrechnung setzten wir auf die innovative Lösung von Ormera», so Elektroinstallations-Projektleiter Marty. Diese webbasierte Schweizer Plattform ermöglicht die vollautomatische Verrechnung des eigenproduzierten Stroms, datensicher über eine Blockchain.

«Für die Abrechnung setzten wir auf die innovative Lösung von Ormera»

Auch Heizung, Warmwasser und Ladestationen integriert

Die ZEV in der Grossmatt läuft über ABB-Geräte: Stromzähler messen, wie viel Solarstrom die Photovoltaikanlagen produzieren. Energieverbrauchszähler in den Wohnungen ermitteln, wie viel Strom die Eigentümer verbrauchen. Ebenso, wer eine der in der Tiefgarage installierte ABB-Ladestationen nutzt. Zudem werden die Kosten für Heizung und Warmwasser über Datenkonzentratoren von ABB in das ZEV eingespeist. Diese erlauben die Einbindung der Daten von Warmwasser- und Wärmezählern. Ein ABB-Controller übermittelt die Daten zur Verrechnung an Ormera. So sind auch die Kosten für Wärme und Warmwasser in einer ZEV eingebunden. Jedes der fünf Gebäude verfügt über eine eigene Solewasser-Wärmepumpe für die Heizung und die Bereitstellung von Warmwasser.

Je nach Auslastung im Wohnbereich wird die verfügbare Leistung der ABB-Ladestationen dynamisch angepasst.
Ein Zähler misst den individuellen Strombezug und stimmt in dynamisch mit den übrigen Verbrauchern ab.

 Flexible Lösung für optimale Energieauslastung 

Raffiniert ist auch das dynamische Lastmanagement der Ladestationen für Elektroautos in der Grossmatt. Über einen Zähler wird der aktuelle Gesamtbezug aus dem Versorgungsnetz gemessen. Der ergänzt bei Bedarf den selbst generierte Solarstrom. Diese Einspeisung aus dem externen Netz weist – wie überall – eine obere Limite auf, bedingt durch die Dimensionierung des Netzanschlusses. Das dynamische Lastmanagement errechnet die Differenz zwischen dieser maximalen Energiebezugslimite der Überbauung und dem aktuellen Bezug durch Verbraucher wie Wärmepumpen, Waschmaschinen, Kochherde usw. Die Differenz steht den Ladestationen zur Verfügung. Wird im Wohnbereich mehr Energie benötigt, drosselt das Lastmanagement die verfügbare Leistung der Ladestationen – und erhöht sie, wenn wieder mehr zur Verfügung steht, etwa wenn weniger geheizt oder mehr Solarstrom produziert wird.

«Wir würden jedenfalls wieder auf ABB als Partnerin setzen.»

Den Herausforderungen der Pandemie getrotzt

Der Spatenstich für die in zwei Etappen realisierte Überbauung Grossmatt erfolgte im Dezember 2018. Inzwischen sind alle Eigentumswohnungen bezogen. Wie für viele Unternehmen war es für ABB während der Pandemie bei manchen Produkten eine Herausforderung, sie zu den zuvor geplanten Fristen liefern zu können. «Bei manchen Installationsgeräten wurde es knapp. Aber auch dank der lokalen Ansprechpartner bei ABB Schweiz schafften wir es, die Elektroinstallationen der Wohnungen fristgerecht abzuschliessen», so Franco Marty. «Wir würden jedenfalls wieder auf ABB als Partnerin setzen.»

So konnten die neuen Besitzer den Sommer 2021 in ihrem Bijou am Walchwilerberg mit Blick über den Zugersee geniessen.

 

Ihr Kontakt

Stefan Bätscher
Verkaufsingenieur KNX
stefan.baetscher@ch.abb.com