Industrie | 6. Januar 2026
Nachhaltige Holzschnitzelproduktion bei Genf mit ABB-Antrieb optimiert
Das familiengeführte Unternehmen Environnement 2000 in der Genfer Gemeinde Versoix setzt voll auf die nachhaltige Nutzung und Verarbeitung von Holz aus der Region. Betriebsleiter Benoit Lappert hat ihren mächtigen Holzhäcksler jüngst eigenhändig mit einem energieeffizienten ABB-Antriebspaket modernisiert.
Die Schweiz ist arm an Rohstoffen. Doch mit dem Rohstoff Holz verfügen wir über eine wertvolle, nachwachsende Ressource, deren wirtschaftliche Bedeutung zunimmt. So beträgt der Anteil der Holzenergie am gesamten schweizerischen Endenergieverbrauch aktuell rund sechs Prozent, Tendenz steigend. Um 1970 betrug der Anteil lediglich ein Prozent.
Umweltverträgliche Forstwirtschaft
Ganz auf die nachhaltige Nutzung und Verarbeitung von Holz aus der Region spezialisiert hat sich Environnement 2000 SA in Versoix im Kanton Genf. Das 1987 gegründete familiengeführte Unternehmen engagiert sich für eine umweltverträgliche Forstwirtschaft im Kanton Genf sowie dem Gebiet La Côte in der Waadt. Es bietet eine breite Palette an Dienstleistungen an, etwa die fachgerechte Pflege und Nutzung von Waldparzellen oder das sichere Fällen von Bäumen in besiedelten Gebieten.
«Unser Ziel ist es, das volle Potenzial des Rohstoffes auszuschöpfen, indem wir das so gewonnene Holz zur Gänze in verschiedene Produkte umwandeln.»
«Unser Ziel ist es, das volle Potenzial des Rohstoffes auszuschöpfen, indem wir das so gewonnene Holz zur Gänze in verschiedene Produkte umwandeln», erklärt Benoit Lappert, Sohn der Firmengründer und Betriebsleiter von Environnement 2000. «Für den Bau nutzbares Holz liefern wir direkt an regionale Sägewerke. Die Verwertung von Holz, das sich nicht für konstruktive Zwecke eignet, bildet den Kern unseres Geschäfts.»
Baum vollständig genutzt
So nutzt Environnement 2000 sämtliche gesammelten Holzrohstoffe – von Laub- bis Nadelholz, unabhängig von Form, Qualität oder Zustand: selbst krumm gewachsene Stämme, dünne Äste, minderwertiges oder abgestorbenes Holz, ja sogar Stümpfe und Rinde finden Verwendung. Daraus stellt das Familienunternehmen unter anderem Brennholz her, produziert Holzschnitzel zur Bodenabdeckung, als Belag für Spielplätze, Mulch oder Streu für Tiere, sowie Hackschnitzel und Pellets für moderne Heizsysteme – bis hin zu biologischer Walderde für den Gartenbau.
«Auch bei unserem Maschinenpark und in unserer Infrastruktur setzen wir auf Nachhaltigkeit», sagt Lappert, dessen Unternehmen jüngst auch eine grosse Photovoltaikanlage auf ihrem Hauptgebäude installiert hat, in Ergänzung der Wärmerückgewinnung der Holztrocknungs-Anlage. Das Herzstück des Betriebs bildet ein leistungsstarker Grosshäcksler: Der Trommelhacker der Firma Demuth, der innert Kürze ganze Baumstämme schreddern kann, wiegt über 34 Tonnen.
Leistungssteigernder Retrofit des Trommelhackers
Der Antrieb dieser riesigen, 1994 gefertigten Maschine war in die Jahre gekommen. Benoit Lappert, gelernter Polymechaniker, machte sich auf die Suche nach einer effizienten, modernen Lösung, mit der er gleichzeitig die Produktivität erhöhen wollte. «Für einen kleineren Motor unseres Betriebs hatten wir jüngst einen Frequenzumrichter von ABB installiert, mit dem ich sehr zufrieden bin. Also informierte ich mich bei ABB nach den Möglichkeiten für ein leistungssteigerndes Retrofit des Antriebs unseres Trommelhackers.»

Dafür wandte er sich an Kerim Mouzaoui, ABB-Verkaufsinigenieur Motors & Drives für die Romandie. «Der alte Hauptmotor wies eine Leistung von 250 Kilowatt auf. Für die angestrebte Produktivitätssteigerung empfahl ich einen 400-kW-Motor des Typs M3BP von ABB, der die Effizienzklasse IE4 aufweist. Diese Elektromotoren aus Gusseisen sind besonders für den Einsatz in anspruchsvollen Umweltbedingungen wie etwa in der Freiluft-Holzverarbeitung konstruiert», so Mouzaoui. «Ein moderner ABB-Frequenzumrichter vom Typ ACS880 sorgt für den exakt auf die jeweilige Arbeitslast abgestimmten, energieeffiziente Antrieb des Motors.»
Motor und Umrichter von ABB selbst installiert
Den Motor und den ACS880 – sowie kleinere Frequenzumrichter des Typs ACS580 für die weiteren Motoren des Trommelhackers, die beispielsweise die Förderbänder antreiben – hat Benoit Lappert selbst installiert. Die hat er in einem Container untergebracht, den er für die Maximierung der technischen Lebensdauer seiner Investition klimatisiert und entfeuchtet. Motor wie Frequenzumrichter funktionieren zu seiner vollen Zufriedenheit. «Sie ermöglichen es insbesondere, eine Überlastung unseres Stromnetzes dank der Regelungsmöglichkeiten zu vermeiden und uns Arbeitszeit zu ersparen, da der Motor praktisch wartungsfrei ist», erklärt Lappert. «Ausserdem war der Anschaffungspreis des Elektromotor‑Umrichter-Pakets von ABB geringer als der eines Verbrennungsmotors mit vergleichbarer Leistung.»
«Ausserdem war der Anschaffungspreis des ABB‑Motor‑Umrichter-Pakets geringer als der eines Verbrennungsmotors mit vergleichbarer Leistung.»
«Mit unserem Trommelhacker können wir Baumstämme direkt in sechs verschiedene Holzschnitzelgrössen verarbeiten», führt Lappert weiter aus. «Dank des neuen Frequenzumrichters lassen sich selbst besonders massive Holzstücke fein dosiert dem Hacker zuführen. Sollte es zu einer Blockade kommen, kann das Material ruckfrei zurückgezogen und erneut eingespeist werden.»
Holzschnitzel-Produktion deutlich erhöht
Und mit der Leistungssteigerung könne Environnement 2000 künftig deutlich mehr Holz zu Chips verarbeiten. Ganz im Sinn der zunehmenden Nutzung des einheimischen, nachwachsenden Rohstoffs als nachhaltiger Energieträger. «Dass wir den nun so energieeffizient wie möglich verarbeiten, passt zu unserem Firmenzweck der ethisch und ökologisch verantwortungsvollen Nutzung regionaler Holzressourcen», hält Lappert abschliessend fest.
«Dass wir den nun so energieeffizient wie möglich verarbeiten, passt zu unserem Firmenzweck der ethischen und ökologisch verantwortungsvollen Nutzung regionaler Holzressourcen.»


