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Industrie & Verkehr

Heidis Schöpferin in Holz gefräst


Roboter fräst Spyris Körper aus einer Föhre

Die Figur von Johanna Spyri wurde als praxisorientiertes Studentenprojekt im ibW Technologiezentrum in Maienfeld geschaffen – aus einer ungefähr 203 Jahre alten Waldföhre, ebenfalls aus Maienfeld.

Für die Kampagne #Woodvetia hat das ibW-Technologiezentrum in Maienfeld eine lebensgrosse, detailgetreue Statue von Johanna Spyri aus einheimischem Holz gefräst – mithilfe eines ABB-Roboters.

Das Bundesamt für Umwelt hat mit der Schweizer Wald- und Holzbranche Anfang des Jahres die Kampagne #Woodvetia lanciert. Ziel ist es, die Bevölkerung dafür zu gewinnen, bei Neubauten, Umbauprojekten oder beim Kauf von Möbeln auf Schweizer Holz zu setzen. Denn es könnte viel mehr einheimisches Holz genutzt werden, ohne dem Wald zu schaden.

Als Botschafter dieser Kampagne dienen Persönlichkeiten der Schweizer Geschichte, in Lebensgrösse aus Schweizer Holz gefertigt. Dafür werden jeweils Bäume gefällt, die gleich alt sind wie die verkörperte historische Person.

Eine dieser Botschafterin für Schweizer Holz ist Johanna Spyri, die Schöpferin der wohl berühmtesten Schweizer Romanfigur Heidi. Für sie wurden in der Nähe von Maienfeld zwei alte Waldföhren geschlagen, zu Brettern gesägt, in Blöcke gespannt, und dann ins Technologiezentrum der Höheren Fachschule Südostschweiz ibW gebracht.

Den Kopf der Statue frästen die angehenden Schreiner mit einer CNC-Maschine. Für den lebensgrossen Körper kam die Roboterzelle zum Einsatz. Der dort installierte IRB 6640 von ABB kann mit seinen sechs Achsen und seiner Reichweite von 2,8 Metern auch grosse Werkstücke bearbeiten.

Für die zu fräsende Skulptur wurde zuerst ein Model in Kleidung des späten 19. Jahrhunderts gesteckt und dreidimensional gescannt. Diese Daten bildeten die Grundlage der Roboter-Programmierung, in dem die CAM-Daten aus der Scan-Software Mastercam ins Roboter-Steuerungsprogramm Octopuz einflossen, wo das Modell in Höhenkurven aufgelöst wird. Als Erstes fräste der IRB 6640 den Körper aus dem Holzblock mit einem Schuppfräser grob vor. Danach arbeitete er die Details mit verschiedenen Kugelfräsen immer feiner aus, beginnend mit einem Radius von 65 mm bis hinunter auf 6 mm.

Nach rund 18 Stunden Fräsarbeit war das Werk vollbracht; der Kopf konnte mit dem Körper vereint werden. Seit Anfang Februar steht die mit ihrem Detailreichtum alles andere als hölzern wirkende Spyri-Statue passenderweise in der Autobahnraststätte «Heidiland» bei Maienfeld.

Weitere Infos: www.woodvetia.ch/de/holzfiguren/johanna-spyri