;

Industrie & Verkehr 3 | 18

Energie für die Traditionsglace

Erneuerte Niederspannungshauptverteilung im Midor-Werk

Das Migros-Tochterunternehmen Midor modernisiert in Meilen die Infrastruktur seines Werks für die Glaceherstellung. Teil der erneuerten Anlagen ist eine Niederspannungshauptverteilung von ABB. Bei der Lieferung und Installation war effizientes Zeitmanagement gefragt.

Die Vanilleglace der Migros mit dem Seehund auf der Verpackung kennt vermutlich jedes Kind in der Schweiz. Und auch bei vielen Erwachsenen dürfte sie zumindest schöne Erinnerungen wecken. Denn das Produkt gibt es schon seit Mitte der 1970er-Jahre, genau wie die Erdbeerglace mit dem Affen und die Schokoladenglace mit dem Bären.

Die Traditionsprodukte kommen wie alle anderen Glacen der Migros aus Meilen am rechten Zürichseeufer. Dort hat das Nahrungsmittelunternehmen Midor, das zur M-Industrie gehört, seinen Hauptsitz. Neben Glacen, die es auch an Gastronomieunternehmen und Grosshändler liefert, produziert es Biskuits und Snacks.

Sämtliche Eiswaren werden im Werk 4 des Firmengeländes hergestellt. Dort sind rund 70 Mitarbeitende tätig. Sie stellen mit ihren Maschinen pro Jahr 9200 t der kühlen Köstlichkeiten her – allein von den Migros-Glacen mit den Tiermotiven sind es jährlich 27 Mio. Stück.

«Für uns ist entscheidend, eine sehr hohe Verfügbarkeit der Anlage sicherzustellen. Sie soll zudem eine lange Lebensdauer haben.»

Verlässlicher Ansprechpartner gefragt

Der Herstellungsprozess braucht eine beträchtliche Menge Energie, insbesondere für die Kälteanlage. Entsprechend wichtig ist die Stromversorgung. Sie wurde im vergangenen Jahr zu einem grossen Teil erneuert. Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Infrastrukturmodernisierung im Werk 4 und umfasste unter anderem den Ersatz der Niederspannungshauptverteilung. Sie versorgt sämtliche Verbraucher im Gebäude mit Strom.

Die bestehende Niederspannungsanlage stammte von der ABB-Vorgängerin BBC. Sie war nach weit über 30 Jahren Betriebszeit allmählich am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Bei der Suche nach einem Ersatz fiel die Wahl wiederum auf ABB. Das Unternehmen lieferte eine moderne Niederspannungsanlage des Typs MNS 3.0 mit 17 Feldern und Leistungsschaltern ABB SACE Emax 2 der neuesten Generation.

«Für uns ist entscheidend, eine sehr hohe Verfügbarkeit der Anlage sicherzustellen. Sie soll zudem eine lange Lebensdauer haben», sagt Andreas Welti, Teamleiter Elektroinstallation bei Midor und Projektleiter für die Erneuerung der Energieversorgung. «Wichtig sind uns auch die Serviceleistungen. Wir wollen sicher sein, dass wir dafür auch in fünf oder zehn Jahren noch einen verlässlichen Ansprechpartner haben. Dass ABB eine eigene Serviceabteilung hat, ist diesbezüglich ein klarer Pluspunkt», erklärt er. «Für ABB sprach zudem, dass die Niederspannungsanlagen in der Schweiz produziert werden. Aus Sicht der Nachhaltigkeit war es für uns wünschenswert, dass das neue Produkt nicht über viele Hunderte von Kilometern hierher transportiert werden musste.»

Andreas Welti (li.) und Urs Weber zeigen die MNS 3.0 im Keller des Werks 4.

Hoher Zeitdruck und wenig Platz

Eine grosse Herausforderung war der sehr enge Zeitrahmen: Innerhalb von nur zwei Wochen deinstallierte das Projektteam die alte Anlage, montierte die neue, schloss sie an und setzte sie in Betrieb. Länger hätte der Ersatz nicht dauern dürfen, stand doch die Glaceproduktion in dieser Zeit still. Parallel dazu wurden andere Modernisierungsarbeiten durchgeführt, zum Beispiel die Sanierung der Tiefkühllager.

Verantwortlich für die Gesamt-Infrastrukturmodernisierung der Kälteanlage ist Urs Weber, Teamleiter Automation/Instandhaltung Elektro. Er betont den aussergewöhnlichen Charakter der jüngst abgeschlossenen Projektphase: «Wir hatten in dieser Zeit mehrere grosse Baustellen auf kleinstem Raum im Werk 4. Die Lieferanten mussten die vorab definierten Zeitfenster genau einhalten», verdeutlicht er.

Dem Team gelang es jedoch, alle Herausforderungen zu meistern. «Die Zusammenarbeit mit ABB lief sehr gut. Alles hat bestens funktioniert – das war angesichts der Grösse des Gesamtprojekts und des engen Zeitplans eine gute Leistung», freut sich Weber. Und auch Welti zieht ein positives Fazit: «Nach Abschluss der zweiwöchigen Arbeiten konnten wir die neue Niederspannungshauptverteilung einfach einschalten und seither läuft sie problemlos», sagt er.

Die Verantwortlichen setzen nun darauf, dass die neue Anlage mindestens für die kommenden 30 Jahre zuverlässig funktioniert. Aller Voraussicht nach werden auch in einigen Jahrzehnten noch Jung und Alt mit Freude Glace konsumieren. Die MNS 3.0 trägt ihren Teil dazu bei, dass der Nachschub so bald nicht versiegt.

«Die Zusammenarbeit mit ABB lief sehr gut. Alles hat bestens funktioniert.»